Welche Stabelektrode für welche Materialstärke?
Beim E-Hand-Schweißen (Lichtbogenhandschweißen) entscheidet die richtige Kombination aus Blechdicke, Elektrodendurchmesser und Stromstärke über den Erfolg der Schweißnaht. Welche Stabelektrode für welche Materialstärke? Ist die Stabelektrode zu dünn für die Materialstärke, brennt sie zu schnell ab und es fehlt an Einbrand. Ist sie zu dick, wird zu viel Hitze eingebracht, was besonders bei dünnen Blechen zu Löchern führt.
Als Grundregel gilt: Der Kerndrahtdurchmesser der Stabelektrode orientiert sich direkt an der Dicke des zu schweißenden Materials.
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Übersichtstabelle: Materialstärke, Elektrodendurchmesser und Stromstärke
Um dir die Auswahl in der Praxis zu erleichtern, findest du hier eine bewährte Faustformel-Tabelle für un- und niedriglegierte Stähle. Bitte beachte, dass dies Richtwerte für die Wurzellage bzw. einfache Schweißnähte sind:
| Materialstärke (Blechdicke) | Empfohlener Elektrodendurchmesser | Richtwert für Stromstärke (Ampere) |
|---|---|---|
| 1,5 bis 2,0 mm | 1,6 mm | 30 bis 50 A |
| 2,0 bis 3,0 mm | 2,0 mm | 45 bis 70 A |
| 3,0 bis 4,0 mm | 2,5 mm | 60 bis 100 A |
| 4,0 bis 6,0 mm | 3,2 mm | 90 bis 140 A |
| über 6,0 mm | 4,0 mm bis 5,0 mm | 130 bis 220 A |
Hinweis: Ab einer Materialstärke von ca. 4 mm wird in der Regel mehrlagig geschweißt. Hier nutzt man für die erste Schicht (Wurzellage) oft eine dünnere Elektrode (z.B. 2,5 mm) und für die Füll- und Decklagen dickere Varianten (z.B. 3,2 mm oder 4,0 mm).
Praktische Faustformeln für die Werkstatt
Wenn du gerade keine Tabelle zur Hand hast, helfen dir im Alltag zwei einfache Faustformeln für das Schweißen in der Normallage (PA):
Für den Elektrodendurchmesser: Bei Blechdicken bis zu 4 mm entspricht der Durchmesser der Stabelektrode in etwa der Materialstärke. Bei dickeren Materialien wählt man den Durchmesser so, dass die Elektrode gut in die Schweißfuge (z.B. V-Fuge) passt.
Für die Stromstärke: Als grobe Richtlinie gilt die Formel: Durchmesser der Elektrode (in mm) x 30 bis 40 Ampere. Eine 2,5 mm Elektrode benötigt demnach etwa 2,5×40=100 A.
Der Einfluss der Elektroden-Umhüllung
Neben der reinen Materialstärke spielt auch der Umhüllungstyp eine Rolle bei der Stromeinstellung:
Rutil-Elektroden (R): Lassen sich sehr leicht zünden, brennen weich ab und eignen sich hervorragend für dünnere Materialstärken und Heftarbeiten.
Basische Elektroden (B): Bieten extrem zähe, hochwertige Schweißnähte für dicke Materialstärken und stark beanspruchte Bauteile, erfordern aber etwas mehr Erfahrung beim Zünden und Führen.
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