Alu Schweißen Gas - Aluminium fügen Welches Gas?

Welches Gas wird zum Alu Schweißen verwendet?

Alu schweißen Gas - beim Schweißen von Aluminium spielt das Schutzgas eine entscheidende Rolle. Da Aluminium im flüssigen Zustand extrem reaktiv ist, würde es sich sofort mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft verbinden. Die Folge wären massive Porenbildung, eine verbrannte Naht und der völlige Verlust der Festigkeit. Das Schutzgas verdrängt die Luft und schützt das Schweißbad.

Im Gegensatz zum Stahlschweißen kommen bei Aluminium "ausschließlich inerte (inaktive) Gase" zum Einsatz. Aktivgase wie CO₂ oder Mischgase (wie man sie vom MAG-Schweißen kennt) würden das Aluminium sofort oxidieren lassen und sind daher absolut ungeeignet.

Die 3 wichtigsten Gas Optionen beim Aluminiumschweißen

Je nach Schweißverfahren (WIG oder MIG), Materialstärke und Budget kommen im Wesentlichen drei Gasarten zum Einsatz:

1. Argon (Reinargon / Argon 4.6 oder 4.8) – Der Standard

Argon ist das mit Abstand am häufigsten verwendete Schutzgas beim Alu-Schweißen – sowohl beim WIG- als auch beim MIG-Verfahren.

  • Eigenschaften: Es ist ein Edelgas, extrem reaktionsträge und schwerer als Luft, wodurch es das Schweißbad hervorragend abschirmt. Für die allermeisten Anwendungen reicht Argon 4.6 (Reinheit von 99,996 %) völlig aus. Bei extrem hohen Qualitätsanforderungen wird manchmal zu Argon 4.8 gegriffen.
  • Vorteile: Preiswert, leicht zu kontrollierender Lichtbogen, universell einsetzbar für dünne bis mittlere Bleche.

2. Argon-Helium-Gemische – Der Turbo für dicke Bauteile

Wird Aluminium dicker (ab ca. 5–8 mm), stößt reines Argon an Grenzen, da das Metall die Wärme extrem schnell ableitet. Hier werden Gasmischungen mit einem Helium-Anteil (z. B. 30 %, 50 % oder 70 % Helium) eingesetzt.

  • Eigenschaften: Helium besitzt eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit und sorgt für einen heißeren Lichtbogen.
  • Vorteile: Tieferer Einbrand, breitere Schweißnaht und deutlich höhere Schweißgeschwindigkeiten. Zudem verringert es bei dicken Bauteilen die Notwendigkeit des Vorwärmens.
  • Nachteil: Helium ist deutlich teurer als Argon und der Lichtbogen wird etwas unruhiger.

3. Reines Helium – Für Spezial- und Industrieanwendungen

Das Schweißen mit 100 % Helium ist selten und bleibt meist hochspezialisierten Industrieanwendungen (z. B. im Behälterbau bei extremen Wandstärken) vorbehalten. Beim WIG-Schweißen ermöglicht reines Helium sogar das Schweißen mit Gleichstrom (DC) am Minuspol, was jedoch extrem viel Erfahrung erfordert.

Gas-Einsatz nach Schweißverfahren im Überblick

VerfahrenEmpfohlenes SchutzgasTypische Gasmenge (Durchfluss)
Alu WIG SchweißenReinargon (Argon 4.6) oder Argon-Helium-Gemisch für Dickblechca. 7 – 10 Liter / Minute (Faustformel: Düsendurchmesser in mm = Liter/Min)
Alu MIG SchweißenReinargon (Argon 4.6) oder Argon-Helium-Gemischca. 14 – 18 Liter / Minute (Höherer Durchfluss wegen der Drahtgeschwindigkeit nötig)
Alu E-Hand SchweißenKein Gas nötig!Die Umhüllung der Stabelektrode bildet beim Schmelzen ihr eigenes Schutzgas.


Wichtige Praxistipps für den Gas-Einsatz

  • Keine Zugluft: Da Edelgase leicht verweht werden können, sollte in geschlossenen Räumen geschweißt werden. Schon ein leichter Luftzug reißt die Schutzgasglocke auf und ruiniert die Naht.

  • Die richtige Gasdüse beim WIG-Schweißen: Verwende am besten eine Gaslinse. Sie sorgt für ein laminares (gleichmäßiges, wirbelfreies) Ausströmen des Gases, wodurch das Aluminium noch besser vor Sauerstoff geschützt wird.

  • Dichtigkeit prüfen: Aluminium verzeiht nichts. Wenn Schläuche oder Anschlüsse am Schlauchpaket minimal undicht sind und Luft „mitgezogen“ wird, zeigt sich das sofort durch Rußbildung (Schwarzfärbung) neben der Schweißnaht.

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