MIG Löten & MIG-Brazing - Das Verfahren für Profis erklärt

Das MIG Löten (international oft als MIG Brazing bezeichnet) hat sich in den letzten Jahren zum Standardverfahren in der modernen Karosserie-Instandsetzung entwickelt. Doch was unterscheidet dieses Verfahren vom klassischen MIG/MAG-Schweißen und warum ist es für verzinkte Bleche unverzichtbar?

Fügen statt Schmelzen - MIG Löten

Im Gegensatz zum Schweißen wird beim MIG-Löten das Grundmaterial (das Blech) nicht aufgeschmolzen. Die Arbeitstemperatur liegt mit ca. 950 °C deutlich unter der Schmelztemperatur von Stahl, aber oberhalb der Schmelztemperatur des Zusatzwerkstoffs.

  • Vorteil Korrosionsschutz: Da Zink bereits bei ca. 420 °C verdampft, bleibt beim Löten die schützende Zinkschicht im Bereich der Naht weitestgehend erhalten.

  • Geringer Verzug: Die niedrige Hitzeeinbringung minimiert den Materialverzug, was besonders bei hochfesten Stählen entscheidend ist.

CuSi3 – Der Goldstandard

Für das MIG-Brazing wird in der Regel eine Kupfer-Silizium-Legierung verwendet, bekannt als CuSi3. Obwohl dieser Draht aufgrund seiner Form oft als „CuSi3 Fülldraht“ gesucht wird, handelt es sich technisch um einen Massivdraht, der für stabile Lichtbögen und hervorragende Fließeigenschaften sorgt.

Welches Schutzgas wird für das MIG-Löten mit CuSi3 benötigt?

Für das MIG-Löten (Brazing) mit CuSi3 ist die Wahl des richtigen Gases entscheidend für die Fließeigenschaften und die Nahtqualität.

  • Standard-Empfehlung:
    In der Regel wird reines Argon (Argon 4.6) verwendet. Es sorgt für einen stabilen Lichtbogen und schützt die Legierung vor Oxidation.

  • Alternative:
    In einigen Fällen werden Argon-Gemische mit sehr geringen Anteilen an CO2 oder O2 verwendet, um den Lichtbogen zu stabilisieren – dies sollte jedoch nur nach Herstellervorgabe erfolgen.

  • Wichtig:
    Verwenden Sie beim CuSi3-Löten niemals das klassische Mischgas (82% Argon / 18% CO2), das Sie für normalen Stahl nutzen. Der hohe CO2-Anteil würde die Lötstelle überhitzen und das Kupfer verbrennen.


Produkttipp: Den passenden CuSi3 Lötdraht für Karosseriearbeiten finden Sie in unserem Sortiment in verschiedenen Spulengrößen.

Klartext:
CuSi3 löten ohne Schutzgas funktioniert nicht (die Naht würde verbrennen/oxidieren).

Die Verwechslung: Viele Nutzer verwechseln CuSi3 (Massivdraht) mit Flux-Fülldraht (ohne Gas).

Die Lösung:
Wer ohne Gas arbeiten will, muss auf Fülldraht umsteigen. Wer Karosseriebleche professionell instand setzen will, kommt an CuSi3 mit Argon nicht vorbei.

Anforderungen - Das richtige Gerät

Nicht jedes herkömmliche MIG/MAG-Gerät ist für das Brazing geeignet. Um die niedrigen Temperaturen und stabilen Lichtbögen zu kontrollieren, wird ein Inverter-Schweißgerät mit spezieller Kennlinie benötigt.

Worauf Sie achten sollten:

  • Impuls-Funktion: Verringert die Spritzerbildung und optimiert den Wärmeeintrag.

  • Synergetische Steuerung: Ermöglicht die exakte Abstimmung auf den CuSi3-Draht.

  • Herstellervorgaben: Viele Automobilhersteller schreiben spezifische Anlagen für die Reparatur vor.

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Fazit: Warum MIG Löten alternativlos ist

Wer heute Karosserien fachgerecht nach Gutachter-Vorgaben instand setzen will, kommt am MIG Löten nicht vorbei. Es sichert den Werterhalt des Fahrzeugs, garantiert höchste Festigkeit und spart Zeit bei der Nachbearbeitung.